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  • Christian Hülsmeyer

       

    Christian Hülsmeyer wurde am 25. Dezember 1881 in Eydelstedt bei Diepholz geboren. Auf Veranlassung seines Vaters begann er seine Berufsausbildung 1898 auf dem Lehrerseminar in Bremen. Dort hatte er das Glück, einen verständnisvollen Physiklehrer zu treffen, der ihm die Benutzung des schuleigenen Labors für seine seit langem gehegten Versuche mit elektromagnetischen Wellen gestattete. Ein Schiffsunglück auf der Weser, bei dem unter schlechten Witterungs- und Sichtver­hältnissen ein junger Mann aus Hülsmeyers Umgebung ums Leben kam, bestärkte ihn in seiner Idee, die Reflexion elektromagnetischer Wellen zur Warnung vor Hindernissen auf dem Kurs eines Schiffes einzusetzen.

    Hülsmeyer wechselte 1899, schon nach einem Jahr, zur damaligen Firma Siemens & Halske in Bremen. Dort entwickelte er seine Idee konsequent weiter und fand dann in dem Kölner Kaufmann Mannheim einen Geldgeber zur Gründung der gemeinsamen Firma "Telemobiloskop-Gesellschaft Hülsmeyer & Mannheim". Damit hatte seine Er­findung einen Namen bekommen, den man etwas schwerfällig mit "Fernbewegungs­Seher" übersetzen könnte.

    Am 17. Mai 1904, Hülsmeyer war gerade 22 Jahre alt, führte er im Hof des Kölner Domhotels sein Telemobiloskop erstmals Vertretern von Schifffahrtsgesellschaften und der lokalen Presse vor. Am Tag darauf fand eine noch eindrucksvollere, öffent­liche Präsentation an der Hohenzollernbrücke am Rhein statt. Das Telemobiloskop war mit seinen Antennen auf den Fahrweg der Schiffe gerichtet und meldete durch die Aktivierung einer Klingel zuverlässig jedes vorbeifahrende Schiff.

        
    Darstellung des Telemobiloskops und die Hohenzollernbrücke zu Köln

    Wenige Wochen später demonstrierte Hülsmeyer sein Gerät mit großem Erfolg an Bord des Tenders Columbus  vor internationalem Publikum anläßlich des "Technical Nautical Meeting" im Hafen von Rotterdam. Auch die Fachwelt nahm nun mit Inter­esse seine Leistung zur Kenntnis

    Hülsmeyer hatte seine Erfindung vor den öffentlichen Vorstellungen zum Patent angemeldet. Die am 30. April 1904 beim Deutschen Patentamt in München einge­reichte Schrift trägt den Titel "Verfahren, um entfernte metallische Gegenstände mittels elektrischer Wellen einem Beobachter zu melden“. Am 10. Juni 1904 folgte die Anmeldung in Großbritannien mit dem für heutige Verhältnisse etwas seltsam anmutenden Text  „Hertzian-wave Projecting and Receiving Apparatus Adapted to Indicate or Give Warning of the Presence of a Metallic Body, such as a Ship or a Train, in the Line of Projection of such Waves“.

         
    C. Hülsmeyer im Jahr 1904 und sein Patent

    Hülsmeyers Telemobiloskop bestand aus jeweils einer Antenne für Sendung und Empfang, einem Funkeninduktor zur Erzeugung hochfrequenter Wellen und einem Kohärer als Empfangselement. Die Betriebsfrequenz kann man nachträglich nur mut­maßen; durch das Prinzip der Schwingungserzeugung bedingt wurde aber wohl ein Spektrum von einigen hundert Megahertz abgestrahlt. Die gesamte Anordnung konn­te in der azimutalen Ebene um 360° synchron zu einer abgesetzten Anzeigeeinrich­tung, die Hülsmeyer Kompass nannte, gedreht werden. Dieser Kompass diente zur Anzeige der Richtung, aus der von einem Ziel reflektierte Wellen beim Tele­mobiloskop eintrafen.

    Ohne Zweifel bereitete Hülsmeyer mit seinen Arbeiten die Basis für das, was erst viele Jahre später "Radar" (Radio Detection and Ranging) genannt wurde, auch wenn er zunächst nur den Vorgang der „Detection“ und noch nicht des „Ranging“ nachwies. Das Fehlen einer Entfernungsmessung als wichtige Ergänzung zur Entdeckung eines Ziels war ihm sehr wohl bewußt und veranlasste ihn zu weiteren Arbeiten und schließlich zur Anmeldung eines Zusatzpatents mit dem Titel “Improve­ment in Hertzian-wave Projecting and Receiving Apparatus for Locating the Position of Distant Metal Objects". Er schlug darin zwei Möglichkeiten vor, den Elevations­winkel der Sendeantenne des Telemobiloskops zu messen und aus der Position maximaler Empfangsfeldstärke die Zielentfernung zu berechnen.

    Die Tragik aller Arbeiten Christian Hülsmeyers aber lag letztendlich darin, daß er trotz aller Erfolge - in Rotterdam hatte das Telemobiloskop Schiffe in 3 km Entfer­nung detektiert -  keine nachhaltige Unterstützung bei den potentiellen Anwendern seiner Erfindung fand. Seine Ideen eilten den Gegebenheiten jener Zeit um ein Vierteljahrhundert voraus. Er beendete alle diesbezüglichen Arbeiten im Jahr 1905 und wandte sich anderen Themen zu. Erst in den fünfziger Jahren erfuhr er zahl­reiche Ehrungen, so z. B. vom damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer.

    Hülsmeyer verstarb am 31. Januar 1957 in Ahrweiler.

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    Weitere Informationen zum Download:

    "Der Erfinder Christian Hülsmeyer, Rede zum Gedenken an sein Lebenswerk", gehalten von Herrn Prof. Dr. Joachim Ender auf der EUSAR 2002 in Köln (PDF-Datei, ca. 1 MB groß).
    >>> Download im englischen Original
    >>> Download in deutscher Übersetzung

    "100 Jahre RADAR - Der Erfinder Christian Hülsmeyer", Vortrag von Herrn Prof. Dr. Joachim Ender anlässlich "100 Jahre Radar" am Tag der offenen Tür, 1. Mai 2004 in Wachtberg-Werthhoven (PDF-Datei, ca. 2 MB groß).
    >>> Download

     
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